Kooperationsfelder: wo Kommunen in Hessen zusammenarbeiten
Für interkommunale Zusammenarbeit eignen sich grundsätzlich alle kommunalen Aufgaben: Was eine Kommune allein erledigt, kann sie nach der hessischen Landesberatungsstelle auch gemeinsam erledigen [Beratungsstelle: Handlungsfelder]. Die Übersicht ordnet die wichtigsten Felder von Kasse und Ordnungsamt über Feuerwehr und Bauhof bis zu IT, Tourismus und ärztlicher Versorgung.
Beiträge in diesem Sachgebiet
Wasser und Abwasser: das klassische Feld der kommunalen Zweckverbände
Wie hessische Kommunen Wasser, Abwasser und Klärschlamm gemeinsam organisieren: Zweckverbände, Betriebsführung, Umsatzsteuer und Folgen einer Fusion.
Ärztliche Versorgung auf dem Land: was Kommunen gemeinsam tun können
Wie Kommunen in Hessen gemeinsam die hausärztliche Versorgung sichern: kommunale Medizinische Versorgungszentren nach § 95 SGB V, Netzwerke und Landesförderung.
Behördennummer 115: gemeinsamer telefonischer Bürgerservice
Wie hessische Kommunen gemeinsam an die Behördennummer 115 anschließen, warum ein gemeinsames Servicecenter sinnvoll ist und welche Beispiele es gibt.
Breitband und Glasfaser: warum der Ausbau meist kreisweit organisiert wird
Warum Breitband- und Glasfaserausbau in Hessen meist kreisweit organisiert wird, welche Rolle Land und Breitbandbüro spielen und was Kommunen gemeinsam leisten.
Erneuerbare Energien: Solar- und Windparks als Gemeinschaftsprojekt von Kommunen
Wie hessische Kommunen Solar- und Windparks gemeinsam entwickeln, welche Gesellschaftsformen üblich sind und welche Grenzen die HGO setzt.
Friedhofswesen: gemeinsame Verwaltung bei sinkender Kostendeckung
Warum hessische Kommunen Friedhofsverwaltung und Bestattungswesen bündeln, was sich teilen lässt und was Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach zeigen.
Vergabewesen gemeinsam: die interkommunale Vergabestelle
Warum hessische Kommunen gemeinsame Vergabestellen gründen, welche Beispiele es gibt, was sie sparen und welche Vergaberegeln für die Kooperation gelten.
Gemeinsamer Bauhof: Chancen und Fallstricke der Königsdisziplin
Warum Bauhof-Kooperationen in Hessen als Königsdisziplin der IKZ gelten, welche Risiken es gibt und wie Machbarkeitsstudie und Rechtsform helfen.
Ordnungswesen gemeinsam: Ordnungsbehördenbezirke und Freiwilliger Polizeidienst
Gemeinsame Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirke nach HSOG, der Freiwillige Polizeidienst in Kooperation und was das Beispiel Knüllwald/Homberg (Efze) zeigt.
Gemeinsames Standesamt: wenn mehrere Gemeinden einen Standesamtsbezirk bilden
Wie hessische Gemeinden einen gemeinsamen Standesamtsbezirk bilden, warum das Personenstandswesen sich dafür eignet und was Trauorte vor Ort bedeuten.
Kasse, Steueramt und Kämmerei gemeinsam führen
Warum sich Kassen- und Rechnungswesen in Hessen besonders gut für Kooperationen eignet, was vorher zu klären ist und welche Rechtsformen üblich sind.
Geodaten gemeinsam: Geodateninfrastruktur, INSPIRE und Straßenkataster
Warum hessische Kommunen Geodaten gemeinsam verwalten: INSPIRE und HVGG, kreisweite GDI-Projekte, die GDI-Südhessen und gemeinsame Straßenkataster.
Feuerwehr: Kooperationen zwischen Kommunen und die Fusion von Ortsteilwehren
Wie hessische Kommunen im Feuerwehrwesen kooperieren: gemeinsame Werkstätten, Fahrzeugkonzepte, Fusion von Ortsteilfeuerwehren und deren Förderung.
Personalwesen gemeinsam organisieren: von der Abrechnung bis zur Ausbildung
Wie hessische Kommunen Personalabrechnung, Beihilfe und Ausbildung gemeinsam organisieren, wo die Grenzen liegen und was bei Personalgestellung gilt.
Interkommunale Gewerbegebiete und gemeinsame Wirtschaftsförderung
Wie hessische Kommunen gemeinsame Gewerbegebiete entwickeln und Wirtschaftsförderung bündeln: Rechtsformen, Verteilung von Kosten und Gewerbesteuer, Beispiele.
IT und Cybersicherheit: was Kommunen gemeinsam besser absichern
Wie hessische Kommunen IT gemeinsam betreiben: Rolle der ekom21, eigene Serververbünde kleiner Gemeinden, Datenschutz, Cybersicherheit und typische Risiken.
Onlinezugangsgesetz: digitale Verwaltungsleistungen gemeinsam umsetzen
Wie hessische Kommunen die Digitalisierung nach dem Onlinezugangsgesetz gemeinsam angehen: geteilte IT-Fachkräfte, Beispiele aus Waldeck-Frankenberg, Förderung.
Tourismus: gemeinsame Vermarktung statt Kirchturmdenken
Warum hessische Kommunen Tourismus gemeinsam organisieren, welche Formen von der Arbeitsgemeinschaft bis zur Gesellschaft üblich sind, mit Beispielen.
Weitere Kooperationsfelder: von Archiv und Holzvermarktung bis Sicherheit bei Veranstaltungen
Kooperationsfelder jenseits der Kernverwaltung: Archive, Holzvermarktung, Bäder, Jugend, Soziales, Sport, Abfall und Sicherheit bei Veranstaltungen.
Welche Aufgaben eignen sich für Kooperationen?
Grundsätzlich jede. Die Landesberatungsstelle formuliert den Grundsatz, dass alles, was eine Kommune allein erledigt, auch in Kooperation mit anderen erledigt werden kann; für nahezu alle Verwaltungsbereiche gebe es gute Beispiele in hessischen Kommunen [Beratungsstelle: Handlungsfelder]. Die Rahmenvereinbarung zur Förderung fasst die Felder in zwei Gruppen: die Geschäfte der laufenden Verwaltung und die Aufgaben der sozialen Daseinsvorsorge und kommunalen Infrastruktur [Rahmenvereinbarung IKZ 2021].
Die folgenden Seiten erklären je Feld, warum es sich eignet, welche Rechtsform üblich ist, welche Stolpersteine es gibt und welche Beispiele amtliche Quellen dokumentieren.
Laufende Verwaltung
- Kasse und Finanzverwaltung: Gemeinschaftskassen, gemeinsame Steuerämter und Kämmereien
- Personalwesen: Personalabrechnung, Beihilfe, Ausbildung
- Standesamt: gemeinsame Standesamtsbezirke
- Ordnungswesen: Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirke, Freiwilliger Polizeidienst
- Vergabewesen: gemeinsame Vergabestellen
- Bauhof: gemeinsame Bau- und Betriebshöfe
- Friedhofswesen: gemeinsame Friedhofsverwaltung
Digitales und Daten
- EDV und IT: Rechenzentren, Server, Datenschutz, Cybersicherheit
- Onlinezugangsgesetz: gemeinsame IT-Fachkräfte für digitale Verwaltungsleistungen
- Behördennummer 115: gemeinsamer telefonischer Bürgerservice
- Geodateninfrastruktur: GDI, INSPIRE, Straßenkataster
Sicherheit und Infrastruktur
- Feuerwehr: Atemschutz, Fahrzeuge, Fusion von Ortsteilwehren
- Breitband: kreisweite Breitbandprojekte
- Abwasser und Wasserversorgung: Zweckverbände, Klärschlamm, Netzbetrieb
- Erneuerbare Energien: gemeinsame Solar- und Windgesellschaften
Entwicklung und Daseinsvorsorge
- Interkommunale Gewerbegebiete
- Tourismus
- Ärztliche Versorgung: kommunale MVZ und Netzwerke
- Weitere Felder: Archiv, Holzvermarktung, Bäder, Jugend und Soziales
Wie diese Felder in konkrete Projekttypen übersetzt werden, zeigt die Übersicht Projekttypen. Die Frage, wann ein Bündel von Kooperationen in einen Gemeindeverwaltungsverband übergehen sollte, beantwortet der Artikel Kooperation, Verband oder Fusion.
Rechtsgrundlagen und Belege
- Innenministerium, PM 10.09.2026 — Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, 2026Land fördert gemeinsame Vergabestelle für Sontra, Hessisch Lichtenau und Witzenhausenberatungszentrum.hessen.de/presse/land-foerdert… · geprüft am 02.10.2026
- Beratungsstelle: Handlungsfelder — Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und HeimatschutzHandlungsfelder für eine Interkommunale Zusammenarbeitberatungszentrum.hessen.de/interkommunale-zusam… · geprüft am 02.10.2026
- Rahmenvereinbarung IKZ 2021 — Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, 2021Rahmenvereinbarung zur Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit (Fassung vom 7. Dezember 2021)beratungszentrum.hessen.de/sites/beratungszentr… · geprüft am 02.10.2026
- Beratungsstelle: Personalwesen — Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und HeimatschutzPersonalwesen – Handlungsfelder der IKZberatungszentrum.hessen.de/interkommunale-zusam… · geprüft am 02.10.2026
- Beratungsstelle: Bauhof — Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und HeimatschutzBauhof – Handlungsfelder der IKZberatungszentrum.hessen.de/interkommunale-zusam… · geprüft am 02.10.2026
Fragen aus der Praxis
Welches Aufgabenfeld eignet sich für den Einstieg?
Häufig empfohlen werden Felder ohne direkten Bürgerkontakt, etwa Personalabrechnung oder Kassenwesen, weil Startschwierigkeiten dort kaum nach außen wirken [Beratungsstelle: Personalwesen]. Bauhof-Kooperationen gelten dagegen als besonders anspruchsvoll [Beratungsstelle: Bauhof].
Sind Kooperationen im Feuerwehrwesen förderfähig?
Kooperationen im Feuerwehrwesen sind förderfähig: Die Rahmenvereinbarung nennt Kooperationen von Feuerwehren einschließlich der freiwilligen Fusion von Ortsteilfeuerwehren ausdrücklich als förderfähigen Bereich [Rahmenvereinbarung IKZ 2021].
Zu dieser Seite
| Sachgebiet | Interkommunale Zusammenarbeit, Kommunale Aufgaben |
|---|---|
| Bearbeitung | Redaktion IKZ Hessen |
| Erstfassung | |
| Stand | |
| Fundstellen | 5 – oben aufgeführt |
| Zitierweise | Kooperationsfelder der IKZ: Überblick nach Aufgaben. IKZ Hessen, . https://ikz-hessen.de/themen |